Nach 17 Jahren im Dienst des Schelmengrabens und 40 Jahren im Dienst der Landeshauptstadt Wiesbaden verabschiedet sich Christoph Rath in den Ruhestand. Als Leiter des Stadtteilzentrums hat er das Quartier über Jahrzehnte hinweg geprägt, begleitet und mitgestaltet. Sein Engagement ging dabei weit über die Arbeit innerhalb der Einrichtung hinaus: Immer stand für ihn der Mensch im Mittelpunkt – und die Frage, wie Gemeinschaft gelingen kann.
Seit 2009 war Christoph Rath Leiter des Stadtteilzentrums Schelmengraben. Zuvor war er bereits mehr als zwei Jahrzehnte in der Kinder- und Jugendarbeit in Biebrich und auf dem Gräselberg aktiv. Mit großem Einsatz, kreativen Ideen und einem offenen Ohr für die Menschen hat er die Entwicklung des Schelmengrabens maßgeblich begleitet und mitgestaltet.
Den Stadtteil gemeinsam stärken
Besonders prägend war für Christoph Rath die Zeit, als der Schelmengraben Teil des Programms „Soziale Stadt“ wurde. Gemeinsam mit Bewohnerinnen und Bewohnern, Vereinen, Institutionen und Partnern entstand die Vision eines lebendigen Quartiers, das von den Menschen vor Ort mitgestaltet wird.
„Wenn Menschen merken, dass ihre Ideen ernst genommen werden und tatsächlich etwas bewirken, dann entsteht echtes Engagement“, beschreibt er seine Erfahrung.
Viele Projekte, die heute selbstverständlich erscheinen, entstanden aus genau diesem Gedanken: die Neugestaltung von Spielplätzen, die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an Planungsprozessen oder die enge Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Akteuren im Stadtteil. Für Christoph Rath war dabei immer klar: Gute Stadtteilarbeit gelingt nur gemeinsam.
Ein Haus für den Stadtteil
Ein besonderer Meilenstein seiner Amtszeit war der Neubau des Stadtteilzentrums. Von Beginn an brachte Christoph Rath seine Erfahrungen und Ideen in die Planung ein. Entstanden ist ein Haus, das den unterschiedlichen Bedürfnissen des Quartiers gerecht wird: mit eigenen Bereichen für Kinder und Jugendliche, Räumen für Kultur, Begegnung und Veranstaltungen sowie Angeboten für Familien und Nachbarschaften.
Das Stadtteilzentrum ist der lebendige Treffpunkt für Menschen aller Generationen. „Dass das Haus so intensiv genutzt wird und sich die Menschen hier wohlfühlen, macht mich besonders stolz“, sagt er.
Wer mit Christoph Rath über den Schelmengraben spricht, merkt schnell, wie sehr ihm das Quartier ans Herz gewachsen ist. Besonders die kulturelle Vielfalt bezeichnet er als eine der größten Stärken.
Viele Jahre lang hat er erlebt, wie Menschen unterschiedlichster Herkunft hier zusammenleben, sich engagieren und Verantwortung übernehmen. Für ihn ist genau diese Offenheit ein Grund, warum sich so viele Bewohnerinnen und Bewohner mit dem Schelmengraben identifizieren.
„Wenn man den Menschen begegnet, merkt man schnell, dass wenn man unter vielfältigen Lebensentwürfen, Herkünften und Lebenseinstellungen zu leben gewöhnt ist, selbst zu einem offeneren Menschen wird“, sagt er. Oft seien es die kleinen Begegnungen, ein Gespräch auf dem Weg oder ein freundliches Guten Morgen, die in diesem beinahe dörflichen Charakter des Schelmengrabens etwas Neues entstehen lassen können.
Ein Blick in die Zukunft
Auch wenn für Christoph Rath nun ein neuer Lebensabschnitt beginnt, bleibt sein Wunsch für den Schelmengraben derselbe: Begegnungen schaffen, Menschen zusammenbringen und das Quartier weiter gemeinsam gestalten.
Besonders wichtig sind ihm Orte, an denen Nachbarschaft gelebt werden kann – Treffpunkte, an denen Menschen miteinander ins Gespräch kommen und sich kennenlernen. Denn für ihn entsteht ein lebendiges Quartier nicht allein durch Gebäude oder Infrastruktur, sondern vor allem durch die Menschen, die dort leben.
Mit seinem Engagement, seiner Offenheit und seinem Vertrauen in die Stärken des Stadtteils hat Christoph Rath den Schelmengraben nachhaltig geprägt. Für seinen neuen Lebensabschnitt wünschen wir ihm alles Gute, viele spannende Reisen und vor allem die Gewissheit, dass seine Arbeit im Quartier noch lange nachwirken wird.
Wir bedanken uns herzlich bei Christoph Rath für seinen engagierten Einsatz, seine vielen Ideen und seinen wertvollen Beitrag für den Schelmengraben. Für seinen weiteren Weg wünschen wir ihm alles Gute.