Die meisten älteren Menschen möchten möglichst lange und selbständig in ihrer Wohnung, ihrer vertrauten Umgebung leben. Auch wenn sie dabei auf Hilfe angewiesen sind. Die Landeshauptstadt Wiesbaden hat unter dem Titel #Quartiershäuser ein Konzept entwickelt, mit dem Wohnen, Pflege und soziale Teilhabe in Quartieren noch stärker miteinander verbunden werden. Dadurch soll dieser Wunsch noch mehr Menschen noch besser erfüllt werden können.
„Die Quartiershäuser sind kein Zusatzprojekt, sondern wir organisieren damit soziale Infrastrukturen dort neu, wo die Menschen leben. Das bedeutet verbindliche Kooperationen, klare Zuständigkeiten und verlässliche Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner im Quartier“, sagt Dr. Patricia Becher, Sozialdezernentin der Landeshauptstadt Wiesbaden.
Die GWH beteiligt sich mit dem Schelmengraben an dem Projekt. Gerade hier im Quartier ist der Bedarf daran sehr groß. Der Anteil alleinlebender Menschen über 75 Jahre ist im Schelmengraben mit 43 Prozent überdurchschnittlich hoch. Im gesamten Stadtgebiet von Wiesbaden liegt er bei 39 Prozent. Gleichzeitig sind viele der Menschen auf Grundsicherung angewiesen und verfügen nicht über die Mittel, kostspielige Unterstützungsleistungen durch Pflegedienste in Anspruch zu nehmen. Das Projekt #Quartiershäuser steht für Wohnen mit Versorgungssicherheit im Quartier ohne verpflichtende Zusatzkosten für die Pflege.
„Gerade im Schelmengraben wohnen Familien teils schon seit zwei, drei Generationen und schätzen die Nachbarschaft und das Miteinander. Diese Menschen sind im Quartier verwurzelt und wünschen sich, auch im Alter in ihrer vertrauten Umgebung wohnen bleiben zu können“, weiß Ursula Beyler-Jertz, GWH-Abteilungsleiterin in Wiesbaden. „Hierfür bedarf es jedoch Angebote, die die Themen Sicherheit, Komfort, Gesundheitsversorgung und vor allem auch Teilhabe abdecken.“
Das Quartiershaus im Schelmengraben wird in der Altenwohnanlage in der August-Bebel-Straße 7 sein, wo sich jetzt schon der Quartierstreff befindet, der von der Caritas betreut wird. Der Caritasverband Wiesbaden-Rheingau-Taunus wird sich auch um die Pflegeangebote im Rahmen des Projekts #Quartiershäuser kümmern. Für die soziale Arbeit, mit der unter anderem die Teilhabe der älteren Menschen am kulturellen und gesellschaftlichen Leben sichergestellt wird, sind die BauHaus Werkstätten verantwortlich. Die Organisation ist bereits seit vielen Jahren mit dem Stadtteilbüro im Schelmengraben aktiv und kennt das Quartier und die Menschen gut. Die GWH investiert für #Quartiershäuser rund 175.000 Euro aus ihren Mieterträgen im Schelmengraben und weitere rund 60.000 Euro in die Arbeit mit bestehenden Kooperationspartnern.
„Die GWH verfolgt in ihren Quartieren schon seit vielen Jahren das Ziel, gemeinsam mit Kooperationspartnern verlässliche, wohnortnahe Angebote zu schaffen, um unseren älteren Mieterinnen und Mietern einen langen Verbleib in der eigenen Wohnung zu ermöglichen. Die Initiative der Landeshauptstadt Wiesbaden, integrierte Wohn-, Gesundheits- und Teilhabeangebote speziell für die ältere Bewohnerschaft im Schelmengraben auszubauen und mit dem Projekt #Quartiershäuser in den politischen Fokus zu rücken, begrüßen wir als größter Vermieter im Quartier deshalb sehr und sehen uns in unserer Strategie bestätigt“, sagt Michael Back, Geschäftsstellenleiter Immobilienmanagement bei der GWH.
Auch die SEG – Stadtentwicklungsgesellschaft Wiesbaden mbH als neue Eigentümerin des Einkaufszentrums und des Roten Hochhauses beteiligt sich an dem Projekt. „Das Konzept der Quartiershäuser ist ein wichtiger Baustein zur Stärkung nachhaltiger, integrierter Wohn- und Versorgungsstrukturen in Wiesbaden. Als finanzierende Partnerin leisten wir hierzu einen wichtigen Beitrag und engagieren uns aktiv im Schelmengraben“, sagt Geschäftsführerin Prof. Dr. Ute Knippenberger.
Weitere Quartiere und Wohnungsunternehmen, die sich im Projekt #Quartiershäuser in Wiesbaden engagieren sind: die GWW im Rheingauviertel/Dicherviertel, Die Nassauische Heimstätte in Klarenthal und GENO50 im Gräselberg.