Neue Leitungen für zuverlässige Wärme im Schelmengraben

Die Fernwärme wird im Schelmengraben bereits seit vielen Jahrzehnten genutzt. Seit 2018 versorgt das Unternehmen Systeno das Quartier von der Energiezentrale in der Karl-Marx-Straße aus mit Wärme. Im nördlichen Teil wurden die Leitungen in den Jahren 2008 und 2009 saniert. Die Leitungen im südlichen Teil des Quartiers, von der Energiezentrale ausgehend entlang der Hans-Böckler-Straße stammen dabei noch aus dem Jahr 1974.

Ein Teil der Technik entspricht daher nicht mehr dem heutigen Stand. Das betrifft nicht nur die Leitungen selbst, sondern auch Schächte und technische Bauteile. Die Versorgungssicherheit von Heizung und Warmwasser wäre im Fall von größeren Havarien nicht mehr ausreichend gesichert und es besteht Handlungsbedarf.  Gerade in der Heizperiode hätte ein Ausfall spürbare Folgen: Viele Wohnungen wären dann für längere Zeit ohne Wärme.

Mit der Sanierung wird das Netz grundlegend erneuert.

Die bisherigen Leitungen werden durch moderne Kunststoffmantelrohre ersetzt. Dafür werden die Leitungen in sogenannter offener Bauweise verlegt, das heißt, die betroffenen Flächen werden aufgegraben und neue Leitungen verlegt. Auch ältere Schachtbauwerke werden zurückgebaut. Damit soll die Versorgung langfristig sicher und zuverlässig werden.

Das Projekt ist ein wichtiger Schritt für die Zukunft. Fernwärme spielt in Wiesbaden eine zentrale Rolle in der Wärmeversorgung von morgen. Sie soll in den kommenden Jahren zunehmend klimafreundlich werden. Dazu sind die Versorgungsunternehmen auch gesetzlich verpflichtet. Ein modernes und leistungsfähiges Netz ist die Grundlage dafür.

Arbeiten entlang der bestehenden Leitungen
Die Bauarbeiten betreffen einen größeren zusammenhängenden Abschnitt der Haupttrasse im südlichen Schelmengraben: von der Energienzentrale in der Karl-Marx-Straße aus über den Friedrich-Engels und die Karl-Marx-Straße in die Hans-Böckler-Straße. 

Nahezu alle Gebäude im Schelmengraben sind an dieses Netz angeschlossen.  Über 90 Anschlussnehmer – vor allem die GWH, aber auch städtische Gebäude und Einfamilienhäuser – werden darüber mit Wärme versorgt. Entsprechend wichtig ist die Erneuerung für das gesamte Quartier. 

Bau in mehreren Abschnitten
Damit die Auswirkungen möglichst gering bleiben, werden die Arbeiten in sechs Bauabschnitten durchgeführt. Dadurch verlagert sich die Baustelle nach und nach durch das Quartier. Der erste Bauabschnitt beginnt im Bereich der Energiezentrale und rund um das Rote Hochhaus. Danach folgen weitere Abschnitte entlang der  geplanten Trasse. 

Seit 2024 wurde die Maßnahme umfassend geplant. Die Vergabe der Aufträge an die Baufirmen ist abgeschlossen und die Arbeiten können beginnen. Für Materialbeschaffung und vorbereitende Arbeiten ist eine gewisse Vorlaufzeit notwendig, bevor der eigentliche Tiefbau startet. Der Baustart ist für Mitte Mai 2026 vorgesehen.  

Was sich im Alltag verändert
Während der Bauzeit wird es immer wieder Veränderungen im Quartier geben: Je nach Bauabschnitt können Parkplätze vorübergehend nicht angefahren werden oder fallen weg, Straßen werden teilweise gesperrt sein. Auch der Busverkehr muss angepasst, Haltestellen müssen verlegt werden.  

Dabei wird darauf geachtet, dass der Alltag so gut wie möglich weiterlaufen kann. Die Wege zu den Häusern bleiben erreichbar und auch für Fußgängerinnen und Fußgänger werden sichere Verbindungen eingerichtet. Feuerwehr und Rettungsdienste können alle Bereiche weiterhin erreichen. 

Ein wichtiger Schritt für das Quartier
Die Sanierung der Fernwärme ist ein großes Projekt und eine wichtige Investition in die Zukunft des Schelmengrabens. Die Systeno GmbH setzt die Maßnahme um und stellt für die genannten Maßnahmen  rund zwei Millionen Euro bereit. Für die Mieterinnen und Mieter bedeutet das vor allem mehr Sicherheit: Die Wärmeversorgung wird zukunftsfähig, sowie zuverlässiger und besser gegen Störungen abgesichert.