80. Todestag von Alexej von Jawlensky

Der Künstler Alexej von Jawlensky wurde vermutlich am 13.03.1865 in der russischen Stadt Torschock geboren. Sein genaues Geburtsdatum ist nicht bekannt, doch mit
Sicherheit kann man seinen Todestag benennen. Alexej von Jawlensky starb am 15. März 1941 in Wiesbaden und wurde auf dem russisch-orthodoxen Friedhof auf dem
Neroberg beigesetzt.

Laut Beschluss des Ortsbeirates vom 26. August 2008 wurde die im Schelmengraben 2009 gegründete neue Integrierte Gesamtschule nach diesem Maler benannt.

Die IGS Alexej von Jawlensky ist eine Gesamtschule mit gebundenem Ganztagsprofil. Als eine der ersten Kulturschulen in Hessen bietet die Jawlensky Schule 630 Schülerinnen und Schülern mit unterschiedlichen Begabungen und Interessen Raum und Zeit für kreatives Lernen im Unterricht. Der Schule liegt ein spezielles pädagogisches Konzept zugrunde, welches seinen Schwerpunkt in der Projekt- und Kulturarbeit hat.

Die Benennung nach dem Künstler Alexej von Jawlensky ist für die Schule ein Auftrag und zugleich Programm. Alexej von Jawlensky, der von 1921 bis zu seinem Tod in Wiesbaden lebte, wird im Museum Wiesbaden heute durch einen Schwerpunkt von 56 Gemälden und 34 Zeichnungen repräsentiert. Es handelt sich damit um die umfangreichste Sammlung von Werken Jawlenskys in Europa. Die lebendige Auseinandersetzung mit dem Leben und dem Werk des Künstlers versteht die Schule als besonderen Auftrag. Die entschiedene und farbenfrohe Farbpalette in den Werken Jawlenskys und seine ausdrucksstarke, expressive Formgebung sprechen Kinder in besonderer Weise an. Biografische Aspekte verstärken darüber hinaus die Identifikationsmöglichkeiten für Jugendliche.

Die Auseinandersetzung mit dem Namensgeber der Schule findet in allen Jahrgängen regelmäßig im Unterricht statt. Die vier 5. Klassen besuchen die Jawlensky-Sammlung im Museum. Unter fachkundiger Führung durch eine Museumspädagogin sehen die Schülerinnen und Schüler meist zum ersten Mal die originalen Werke Jawlenskys. Bereits „vor Ort“ im Museum verarbeiten die Kinder malend ihre Erlebnisse und sinnlichen Eindrücke.

Der Kunstunterricht in der Schule geht von den altersspezifischen Ausdrucksbedürfnissen der Kinder aus und bietet entsprechend vielfältige praktisch ästhetische Zugänge an. Inzwischen gibt es viele sichtbare, großformatige Ergebnisse der Auseinandersetzung mit der Kunst Jawlenskys in den Fluren, in der Mensa oder im Eingangsbereich der Schule. Alters- und entwicklungsbedingte Interessen, wie auch die Lernabsichten seitens der Schule, bieten in den folgenden Jahrgängen nicht nur im Kunst-, sondern auch im Geschichts- oder im Deutschunterricht weitere Möglichkeiten, Bezüge zu Alexej von Jawlensky herzustellen und produktiv zu nutzen, z.B. die Rolle des Künstlers in der Gesellschaft, Kunst als Ausdruck einer Epoche, Kunst und Zensur (sog. „entartete Kunst“ in der Zeit des Nationalsozialismus), Kunst als Ausdruck individueller Spiritualität oder das Schreiben innerer Monologe zu Jawlenskys Bildern. 

Als Auszeichnung für ganz besondere Einzelleistungen in den Bereichen „Schüler*innen zeichnen und malen, Schüler*innen schreiben und Schüler*innen machen Musik“, vergibt die Schule alljährlich einen Preis. In Anlehnung an die gleichnamige Auszeichnung der Landeshauptstadt Wiesbaden, mit der bedeutende Künstler der Gegenwart geehrt werden, wird dieser Preis „Der kleine Jawlensky-Preis“ genannt. Drei Schülerinnen oder Schüler werden jährlich am Weihnachtsmarkt der Schule vor Publikum mit dem Preis überrascht.

Besondere Ereignisse werden im Schulalltag integriert und im Unterricht behandelt, größere Ereignisse für die Schülerschaft zum Event gemacht.

Gastbeitrag von: Elvira van Haasteren, Schulleiterin der IGS Alexej von Jawlensky